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Wenn Dinge zu Gerümpel werden

  • Nicole
  • vor 4 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit


Stellvertretend für viele Dinge, die irgendwann ihren Wert verloren haben und letztendlich zu Gerümpel mutierten, krame ich diese zwölf Pasta-Teller aus dem Küchenregal.

Gekauft vor 25 Jahren, für unsere erste gemeinsame Wohnung.

Mit einer Idee im Kopf: eine großartige Gastgeberin zu sein.

Große Runden. Pasta für viele. Ein voller Tisch und lange, gute Gespräche.


Gäste hatte ich einige. Und habe sie glücklicherweise noch immer. Feste auch.

Gespräche, die geblieben sind.


Nur die Pasta-Teller kamen nie zum Einsatz.


Sie standen für eine Version von mir. Oder besser: für eine Vorstellung davon, wie mein Leben sein sollte. Die Realität war eine andere – nicht schlechter, nur anders.


Ganz praktisch betrachtet waren die Teller unpraktisch. Zu groß für die Spülmaschine. Schwer. Und im Schrank echte Platzfresser.

Und doch habe ich sie 25 Jahre behalten. Von A nach B geschoben.

Bei jedem Umzug mitgenommen. Und jedes Mal ein kleines bisschen genervt darüber.


Warum also blieben sie?


Weil sie mit der ersten eigenen Wohnung verbunden waren. Mit einem Lebensgefühl.

Mit Aufbruch, erwachsen sein und mit sehr schönen Erinnerungen.

ABER: Diese Erinnerungen hängen nicht an den Tellern.

Sie sind unabhängig davon. Sie sind in mir.


Diese Erkenntnis hat Zeit gebraucht. Ehrlicherweise: bis heute.

Nun dürfen die Teller gehen. Nicht in die Tonne, sondern weiter. Eine Bekannte freut sich sehr über sie – sie sucht schon lange genau solche Teller. Die richtige Gelegenheit hatte sich nur nie ergeben. Bis jetzt.


Und plötzlich fühlt sich diese Entscheidung leicht an.


Diese Teller stehen für viele Dinge in unserem Leben, die einmal sinnvoll waren und irgendwann zu Gerümpel mutiert sind.


Gerümpel ist oft physisch manifestierte, aufgeschobene Entscheidungskraft. Entstanden aus der Sorge, etwas zu bereuen.

Erinnerungen zu verlieren. Aus Überforderung. Oder aus Schuldgefühlen.


Nicht getroffene Entscheidungen belasten. Sie nehmen Raum – im Schrank und im Kopf.

Aussortieren bedeutet nicht nur Wegwerfen.

Es bedeutet hinschauen. Sich ehrlich fragen: Warum halte ich daran fest?

Und dann bewusst zu entscheiden: Behalten – oder gehen lassen.


Manche Dinge passen einfach nicht mehr in unser Leben.

Und das ist kein Scheitern. Das ist Entwicklung.


Was Entscheidungsfindung leichter macht


Entscheidungen rund ums Aussortieren scheitern selten an fehlender Logik –sondern an Emotionen. Diese Gedanken können helfen, Klarheit zu schaffen:


1. Nicht fragen: „Brauche ich das noch?“ – sondern: „Passt es noch zu meinem heutigen Leben?“Diese Frage verschiebt den Fokus weg von Schuld und Vergangenheit hin zur Gegenwart.


2. Erinnerungen sind kein Gegenstand. Wenn etwas ausschließlich wegen der Erinnerung bleibt, darfst du dir bewusst machen: Die Erinnerung bleibt auch ohne das Ding. Manchmal hilft ein Foto – manchmal reicht das Anerkennen.


3. Erlaube dir gute Entscheidungen statt perfekter Entscheidungen. Viele Dinge bleiben, weil wir Angst vor Reue haben. Doch Nicht-Entscheiden ist ebenfalls eine Entscheidung – nur eine belastendere.


4. Klein anfangen. Nicht das ganze Haus. Nicht „alles oder nichts“.Eine Schublade. Ein Regal. Eine Kategorie. Entscheidungskraft wächst durch Übung.


5. Regelmäßigkeit statt Großaktionen. Ein bewusster Ordnungs-Check ein- bis zweimal im Jahr reicht oft aus, um Gerümpel gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ordnung ist kein Zustand – sondern ein Prozess.


6. Entscheiden heißt nicht immer Wegwerfen. Weitergeben, verschenken, verkaufen oder bewusst behalten –alles ist erlaubt, solange es eine bewusste Entscheidung ist.

Denn in dem Moment, in dem wir entscheiden, verlieren Dinge ihre Schwere.

Egal, wie die Entscheidung ausfällt.


💛 Nicole

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